Die Hähne vom kleinen Bauernhof

Ludwig V.

Tja, wer wird das werden? Im Augenblick laufen bei uns noch einige Jungmarans auf dem Hof, einer davon wird zur Unterstützung von Ludwig IV. die nächsten Jahre auf unserem Hof stolzieren. Sobald wir uns entschieden haben gibt es ein Foto.

Ludwig IV.

Was wäre ein Bauernhof mit Hühnern ohne Hahn? Kein Bauernhof. Natürlich haben unsere Damen ihren Hahn, inzwischen der vierte, aber dazu später mehr.

Ludwig IV., Hahn der Rasse MaransUnser jetziger Hahn ist von der Rasse Marans. Er ist echter Franzose aus einem dunkelbraunen Ei und nennt sich, da bekanntlich der vierte Hahn, Ludwig IV. Er wiegt zur zeit schätzungsweise rund drei Kilogramm.

Ludwig IV. haben wir extra von einer Züchterin in Niedersachsen gekauft, um auch wieder frisches Blut in die Zucht zu bekommen. Der Bursche macht sich sehr gut, ist friedlich und erfüllt seine Aufgaben. Ein feiner Kerl, der uns viel Spaß bereitet.

Inzwischen haben wir soviele Damen, da war Ludwig IV. etwas überfordert. Deshalb behalten wir aus unserer diesjährigen Brut (2014) noch einen Maranshahn, um die Befruchtungsrate der Bruteier zu erhöhen.

Ludwig III.

Der vorletzte Hahn war von der Rasse Bresse Gauloise. Er war Franzose, Ludwig III. Mit gut fünf Kilogramm wurde er spöter den Damen zu schwer und beim Treten flogen die Federn. Das machte keinen Sinn mehr und er landete in Sibirien. Eigentlich schade, er war echt ein Prachtkerl und friedlich, aber den Damen zuliebe ging es so einfach nicht weiter.

Ludwig III., Hahn der Rasse Bresse GauloiseAls stolzer Franzose hatte er sich auch entsprechend herausgeputzt. Warum? Seine Beine waren blau (blue), sein Federkleid weiß (blanc) und sein Hahnenkamm sowie seine Backenlappen rot (rouge). Er hatte also die Farben der französischen Tricolore: bleu-blanc-rouge.

Ludwig III. hatte nicht nur auf seine Damen aufzupassen, er hatte auch für Nachwuchs zu sorgen. Im Gegensatz zur industriellen Massentierhaltung werden unsere zukünftigen Junghähne, immerhin rund die Hälfte von den ausgebrüteten Eiern, nicht unmittelbar nach dem Schlupf als nutzlose Fresser vergast oder anderweitig getötet. Genau wie die Hühner können auch die Junghöhne bis zum Schlachten ein möglichst artgerechtes Leben führen. Die Schlachtung selbst passiert auf unserem Hof kurz und schmerzlos. Die Tiere werden nachts, wenn es dunkel ist, von der Stange genommen und sind keine zwei drei Minuten spöter bereits tot.

Es kostet zwar jedes Mal Überwindung, die Tiere zu schlachten, aber das gehört einfach bei der Tierhaltung dazu. Und wir sind der Ansicht, diese unangenehme Aufgabe hat man auch selbst durchzuführen.

Ludwig II.

Hahn Ludwig II. der Rasse Marans beim KontrollgangSein Vorgänger war, wie soll es anders sein, Ludwig II. und war ein Prachthahn der Rasse Marans. Auch er war Franzose.

Bei uns auf dem Hof war Ludwig II. rund zwei Monate der Chef. Ludwig II. entwickelte sich, wie man sehen kann, prächtig. Er hatte ein sehr schönes Gefieder, große Backenlappen, einen sehr schönen Kamm und seine Schwanzsichel war auch schon sehr gut anzusehen.

Auch sein Hofstaat war von ihm angetan. Er umgarnte seine Damen, zeigte besonders gute Nistplätze (Zum Glück fand er unsere gebauten Nester für nutzenswert), kam seinen hähnischen Pflichten nach. Fand er etwas besonderes zu futtern rief er sofort seine Damen zu sich, um ihnen den Leckerbissen zu überlassen.

Leider wurde der junge Hahn, Ludwig II., übermütig und versagte der Hofkaiserin den nötigen Respekt. Nachdem er zwei Mal der Kaiserin bei einer Visite als Aggressor gegenüber trat, war sein Schicksal besiegelt. Seine kaiserlichen Hoheiten sahen jedoch vom Schafott ab und schickten ihn in die Verbannung. Nun verweilt er bei einem Züchter, der Gefallen an ihm gefunden hat. Und frei nach der Devise Der König ist weg, es lebe der König erschien Ludwig III. bei Hofe.

Nach gut vier Wochen im Exil begann auf dem neuen Hof das gleiche Drama und am Ende landete Ludwig II. dann doch in Sibirien.

Ludwig I.

Junghahn Ludwig I. der Rasse MaransSein Vorgänger war, welch Überraschung, Ludwig I., war auch ein Marans und somit auch Franzose. Er war ein Marans, da er leider nicht mehr unter uns weilt.

Ludwig I. war auch rund zwei Monate der König auf dem Hof. Wie man auf dem Foto sehen kann, war er beim Einzug ein Knabe. Er gehörte zu den Erstbeziehern des Stalls. Sein Charakter ähnelte stark dem von Ludwig II., auch er war sehr bemüht um seine Damen, war einen sehr guter unerschrockener Aufpasser.

Er erlernte bei uns das Krähen, wie man seine Damen erfolgreich betüdelt, schritt stolz den Auslauf ab und war unerschrocken. Und er hatte Respekt vor der Kaiserin und dem Kaiser. Ludwig I. schien sie zu mögen. Und das kaiserliche Haus verwöhnte ihn entsprechend.

Ihm wurde leider seine Tugend zum Verhängnis. Ein Habicht griff sich ein Bresse Gauloise Küken. Ludwig I. stürzte sich tapfer auf den Habicht und erlitt dabei tötliche Verletzungen, genauso wie das beschützte Küken.

Das ist die Geschichte unserer Hähne. Und es werden sicher weitere Könige gekrönt werden. Herrscher kommen und gehen, nur das Fußvolk bleibt bestehen.